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GUTE ARGUMENTE
FÜR 8 PROZENT!

Die Forderung nach einem Entgelt-Plus von 8 Prozent ist angemessen und gut begründet!

Hier findest du starke Argumente für das Gespräch mit deinen Kolleginnen und Kollegen.

#1

ACHT PROZENT MEHR:
GUT FÜR UNS – WICHTIG FÜR DAS WACHSTUM!

Die IG Metall fordert eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um acht Prozent. Damit wollen wir die Einkommen stärken und die Kaufkraft sichern. So soll nach Jahren ohne Erhöhung der Entgelttabellen und den moderaten Abschlüssen der letzten beiden Jahre wieder eine kräftige Entgelterhöhung durchgesetzt werden. Das ist angesichts der hohen Inflation wichtig und stützt das Wachstum und die wirtschaftliche Erholung.

  • Seit 2018 hat es in der Metall- und Elektroindustrie keine Anhebung der tariflichen Entgelttabellen gegeben. Die vergangenen Tarifabschlüsse waren von Pandemie-Krise, Beschäftigungssicherung und der Transformation in der Industrie geprägt. Zuletzt haben die Tarifparteien mit Rücksicht auf die unsichere Lage einen Abschluss bis zum September 2022 vereinbart und damit die Möglichkeit eröffnet, für 2022 noch eine Anpassung der moderaten Erhöhung (T-Geld) vorzunehmen.

  • Trotz der politischen und wirtschaftlichen Risiken ist abzusehen, dass die deutsche Wirtschaft noch im Jahr 2022 das Vorkrisenniveau von 2019 erreichen und auch im Jahr 2023 weiterwachsen wird. Deshalb ist es nun an der Zeit, tarifpolitisch nachzusteuern. Für die Jahre 2022 und 2023 ergibt sich aus der Trendproduktivität und der Zielinflationsrate der Europäischen Zentralbank ein verteilungsneutraler Spielraum in Höhe von 6,2 Prozent. Davon sind in 2022 lediglich 0,5 Prozent durch die Tariferhöhung (T-Geld) aufgebraucht.

  • Ziel ist es deshalb, mit einer kräftigen und dauerhaften Tariferhöhung der monatlichen Einkommen die Kaufkraft der Beschäftigten zu sichern und Teile des wirtschaftlichen Erfolgs umzuverteilen. Deshalb fordert die IG Metall für die anstehende Tarifbewegung eine dauerhafte Anhebung der monatlichen Tarifentgelte um 8 Prozent für eine Laufzeit von 12 Monaten. Das ist auch wichtig, um Wirtschaftswachstum in 2022 und 2023 zu ermöglichen.

#2

TROTZ RISIKEN:
WIRTSCHAFT IM AUFWÄRTSTREND

Die Wirtschaft bleibt trotz der Nachwirkungen der Pandemie und den kriegsbedingten Belastungen auf Erholungskurs. Im Herbst dieses Jahres wird das Vorkrisenniveau wieder erreicht. Auch im Jahr 2023 wird sich das Wachstum fortsetzen. Die wirtschaftliche Entwicklung braucht auch Unterstützung durch kräftige Tariferhöhungen.

  • Nach einem langen Boom ist die deutsche Wirtschaft 2020 durch die Corona-Pandemie in eine Krise gerutscht. Seit Ende 2020 aber wächst die Wirtschaft wieder. Die anfänglich sehr gute Erholung verlangsamte sich 2021 durch weitere Covid-Wellen, Lockdowns und Unterbrechungen der Lieferketten. Trotz der kriegsbedingten Belastung durch Rohstoffknappheit, Lieferkettenprobleme und stark steigende Preise, gehen alle Wirtschaftsinstitute von weiterem Wachstum aus.

  • Damit bleibt die deutsche Wirtschaft weiter auf Erholungskurs und wird im Herbst 2022 wieder das Vorkrisenniveau von 2019 erreichen. Alle Prognosen sagen für das Jahr 2023 dann weiteres Wachstum voraus.

  • Es gibt folglich keine gesamtwirtschaftlichen Gründe für eine Lohnzurückhaltung. Im Gegenteil: Auch Tariferhöhungen leisten einen Beitrag zur Absicherung des Wachstumskurses. Denn sie sichern die Kaufkraft und stärken den privaten Konsum.

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#3

PRIVATER KONSUM
ENTSCHEIDEND FÜR WACHSTUM

Für 2022 und 2023 wird trotz Corona und den Kriegsfolgen wirtschaftliches Wachstum vorausgesagt. Damit würde die Wirtschaft über das Vorkrisenniveau von 2019 kommen. Das kann aber nur gelingen, wenn der private Konsum angekurbelt wird. Er ist nach allen Prognosen der entscheidende Wachstumstreiber. Um Geld auszugeben, brauchen die Menschen aber die Sicherheit, dass ihr Einkommen nicht von den steigenden Preisen aufgefressen wird. Auch deshalb fordert die IG Metall 8 Prozent mehr Entgelt.

  • Alle Prognosen der Wirtschaftsinstitute erwarten für die Jahre 2022 und 2023 Wachstum. Maßgeblich dafür wird der private Konsum sein. So werden nach dem Frühjahrsgutachten von insgesamt 2,7 Prozent Wachstum in 2022 allein 2,3 Prozentpunkte durch den privaten Konsum erzeugt. Auch für das Jahr 2023 macht der private Konsum mit 1,7 Prozentpunkten den größten Anteil des Wachstums von insgesamt 3,1 Prozent aus.

  • Gleichzeitig sind die Menschen aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen verunsichert. Sie neigen dazu, weniger Geld auszugeben. Das kann man an der Entwicklung des GfK-Konsumklimaindex sehen. Der Index misst, wie viel Geld die Menschen für den privaten Konsum ausgeben. Mit -27,4 Punkten war er im Juli 2022 auf seinem historisch niedrigsten Wert. Damit droht nach der Konsumzurückhaltung in den Corona-Jahren 2020 und 2021 jetzt ein „Angstsparen“ und der Ausfall des privaten Konsums als Wachstumsmotor.

  • Das aber würde das Wirtschaftswachstum gefährden. Dagegen hilft nur, den Menschen die Sicherheit zu geben, dass ihr Einkommen ausreichen wird. Deshalb fordert die IG Metall neben staatlichen Maßnahmen gegen die Explosion der Lebenshaltungskosten auch eine kräftige Tariferhöhung, die dauerhaft wirkt.

#3 Nachfragekomponente des BIP.png
#3 Konsumklima.png
 

#4

8 PROZENT MEHR SIND GUT UND RICHTIG!
LOHNQUOTE FÄLLT – GEWINNE LEGEN ZU

Eine kräftige Tariferhöhung stützt in der aktuellen Lage die Wirtschaft und gibt den Menschen Sicherheit. Auch verteilungspolitisch ist eine kräftige Tariferhöhung sinnvoll und notwendig. Im letzten Jahr ist die Lohnquote deutlich gefallen. Gleichzeitig stieg der Anteil der Gewinn- und Vermögenseinkommen an. Es droht ein weiterer Rückgang der Lohnquote, wenn nicht gegengesteuert wird. Eine Umverteilung zugunsten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist also angezeigt.

  • In der aktuellen wirtschaftlichen Lage muss der private Konsum gestärkt werden, um das Wachstum zu stützen. Dazu müssen die Entgelte dauerhaft kräftig angehoben werden. Nur so entsteht bei den Menschen Sicherheit und das Vertrauen, dass die steigenden Preise nicht zum Verlust von Kaufkraft und Wohlstand führen. Das ist die Voraussetzung, damit sie mit ihrem Konsum die Wirtschaft ankurbeln, statt weiter zu sparen.

  • Dass eine kräftige Entgelterhöhung notwendig ist, zeigt auch die verteilungspolitische Bilanz der letzten Jahre. So ist seit 2020 der Anteil der Arbeitnehmerentgelte am Volkseinkommen (Lohnquote) deutlich gesunken. Neben den steigenden Gewinnen liegt das an den zurückhaltenden Entgelterhöhungen in den Krisenjahren. Außerdem haben die Beschäftigten einen Teil der Krisenkosten getragen, z. B. durch Einkommensverluste während der Kurzarbeit.

  • Es ist deshalb sinnvoll und notwendig, wenn jetzt mit einer kräftigen Tariferhöhung die Verteilung wieder zugunsten der Lohnquote verändert wird. Damit unterstützen wir die wirtschaftliche Erholung und stärken das Wachstum.

#4 Lohnquote fällt – Gewinne steigen.png
 

#5

ENERGIE-CRASH ERFORDERT ANDERE LÖSUNGEN
LOHNVERZICHT GEFÄHRDET KONJUNKTUR

Die aktuelle wirtschaftliche und politische Situation ist wegen des Ukraine-Krieges sehr unsicher. So ist unklar, ob Russland die Gaslieferungen weiter drosseln oder sogar ganz einstellen wird. Das würde innerhalb kurzer Zeit zu einer Krise der deutschen Wirtschaft führen. Dann müssten IG Metall, Betriebsräte, Unternehmen und Politik gemeinsam nach Krisenlösungen suchen. Niedrige Tarifabschlüsse im Voraus sind aber vollkommen falsch und kontraproduktiv.

  • Die wirtschaftliche Situation ist aktuell sehr unsicher. Das liegt vor allem an den möglichen Folgen des Ukraine-Krieges. So ist z.B. nicht klar, ob Russland die Gaslieferungen weiter drosselt oder sogar ganz einstellt. Das hätte unmittelbare Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft und würde in kurzer Zeit in eine Krise führen. Die Wirtschaftsinstitute gehen davon aus, dass die Wirtschaftsleistung dann im Frühjahr 2023 um etwa 6 Prozent zurückgehen würde.

  • Eine Energiekrise würde auch die Unternehmen in der Metall- und Elektroindustrie hart treffen. Dann müssten sich IG Metall, Betriebsräte, Unternehmen und die Politik zusammensetzen und gemeinsam Krisenlösungen suchen, um die Betriebe zu schützen, die Beschäftigung zu sichern und die Einkommen der Beschäftigten zu erhalten.

  • Im Voraus, ohne akuten Gasengpass, wären niedrige Tarifabschlüsse aber vollkommen falsch. Sie würden die laufende Erholung der Wirtschaft abbremsen. Die Menschen würden Kaufkraft verlieren und den Konsum stark reduzieren. Damit würde der wichtigste Pfeiler einer wirtschaftlichen Erholung zusammenbrechen.

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